Montag, 7. Juli 2014

#148 Ab wann bin ich Mode würdig ?

Normalerweise wenn man einen Text mit einer positiven, zum Nachdenken erregenden Botschaft verfasst, sollte man auch als gutes Beispiel vorangehen. Aber das bin ich nicht. Und das ist auch kein Text der eine Botschaft verbreiten soll. Und das macht mich sauer.
Es geht wieder um Mode. Mal ganz abgesehen von der furchbaren Berliner Fashion Week die in der Presse versucht ihre letzten Luftschnapper nach Aufmerksamkeit zu bekommen, bevor sie von der WM Flut weggespühlt wird. Aber das ist eine ganz andere Geschichte.
Als Kind habe ich Mode immer mit Eleganz assoziiert. Mode war gewangt, sie war prächtig, Mode war Kunst in die Designer leidenschaftliche Arbeit investieren und irgendwie hatte ich immer eine gewisse Ehrfurcht vor ihr. Denn Mode stand für mich immer in Verbindung mit großen Menschen und großem Geld. Großes Geld was ich nie hatte. Auch heute nicht.

Trotzdem werde ich in den Emails von Kooperationsinteressenten als Modeblogger bezeichnet. Ich, kleine nichtige Studentin, zugezogen nach Berlin, mag gern Videospiele und kleidet sich hin und wieder bewusster an als der Rest. Eigentlich peinlich, dass so etwas reicht um mit Mode in Verbindung gebracht zu werden. Mein Kleiderschrank ist nicht prächtig. Es steckt auch keine Leidenschaft darin nein, er ist nicht ein mal ordentlich. Und vor allem steckt eines nicht drin. Geld.

Ich bin kein besonders guter Kolumnenschreiber und hab schon wieder den Faden verloren und deshalb klatsche ich meine These jetzt einfach hin. Ich glaube ich bin Mode nicht würdig. Ich glaube Mode gehört nicht zu mir. Mode gehört nicht hierher. Zu uns. Zum Fußvolk.

"Ich glaube ich bin Mode nicht würdig. Ich glaube Mode gehört nicht zu mir. Mode gehört nicht hierher. Zu uns. Zum Fußvolk."

 Wer bin ich schon, dass ich mich als Modeblogger bezeichne. Ich habe keine Ahnung von Mode. Ich bin kein Modeblogger ich bin ein gottverdammter Konsument. Immer wieder merke ich, dass ich mehr Stress als Liebe in meine Outfits stecke. Alles muss neu sein, kein Kleidungsstück darf sich wiederholen, und jede Woche muss was neues auf den Schirm, denn sonst langweilen sich die Leser. Sie wollen Diversität. Und deshalb kaufe ich wie blöde, ich kaufe, ich schmeiße weg, ich lasse es liegen, bis ich das gute Stück vergesse und es sich im Nirvana der Bügelwäsche verabschiedet.
Ist das noch Mode ? Ist es Mode wenn 14 jährige Mädchen Wegwerfmodelle zum halben Preis bekommen wenn sie nicht mal die Farben ordentlich kombinieren können. Ist es Mode wenn ich meinem Stil nicht mal treu bleiben kann und von einem Schnäppchen zum anderen renne und mir diktieren lasse was das "Must Have" ist. Ist es Mode wenn Blogger mit eben Mode Geld verdienen obwohl wir alle gleich aussehen ?
Bin ich den Titel "Mode"blogger noch würdig wenn ein Kind zum Hungerlohn meine Kleidung näht und ich es nicht ein mal wertschätze. Nein das ist es nicht. Ich fördere nicht Mode, ich fördere Menschen die mit Mode Geld machen?

Und das schlimmste ist. Ich kann es nicht ändern. Jedenfalls rede ich mir das ein. Deutschland hat sich der Textilindustrie stark geöffnet. In den letzten Jahren ist das Angebot und die Anzahl an Modeketten um vielfaches gestiegen. Allein mit Bershka, other Stories, Forever 21, Monki und Co. hatten wir in den letzten 4 Jahren einen riesen Schritt in Richtung Bekleidungsdiversität gemacht. Aber was hat das geändert ? Ich sehe viele Mädchen die sich nun modeorientierter kleiden. Und zum größten Teil sehen sie alle gleich aus.  Angebot ist größer, Preise sind geringer aber ist das Bewusstsein und die Liebe zur Mode größer, oder komsumieren wir einfach nur mehr?

Ich war immer der Meinung, es sei schön, dass Mode auch die untere Mittelshicht erreicht hat. Aber hat sie diese gebraucht? Wären viele 14 jährige Mädchen nicht auch ohne Primark ausgekommen ? Wie hätte die Bloggerwelt wohl ausgesehen wenn man nicht jeden Tag neue Outfitposts hochladen könnte. Wie wäre es wenn wir mehr Wert auf ein gutes Kleidungsstück legen würden, statt 3 die wir nie wieder tragen?

Ich dachte immer es sei gerecht. Wenn reiche Menschen Mode haben können, warum kann ich es nicht. Es ist doch nur fair. Aber hat diese Fairnis die Brechtigung, tausende Näher auszunehmen. Sie für einen Hungerlohn bis in die Nacht arbeiten zu lassen ? Müssen wir immer alles haben was wir können?
Muss ich nicht. Und mache es trotzdem. Denn ich will nicht anders sein. Ich kann es nicht verändern. Ich kann es versuchen aber gleichzeitig möchte erfolgreich sein in diesem System und dazu darf ich kein Zahnrad sein, dass entgegen wirkt. Und das macht mich sauer.



Donnerstag, 26. Juni 2014

#147

Ich wurde übrigens letztens mit einem Zalando Gutschein überrascht und habe mir jetzt etwas hübsches davon ausgesucht. Ideal für so komplexe Gestalten wie mich einfach unendlich schwer zu beschenken sind.  Ich liebe den Gedanken, dass sich jemand die Mühe und Zeit nimmt mich zu beschenken aber gleichzeitig bin ich ein extrem praktischer Mensch und kann mit vielen unbrauchbaren Geschenken nichts anfangen. Deshalb ist einen Gutschein als Geschenk für mich immer super. Oder irgendwas mit Katzen. Damit kriegt man mich immer.

Habt ihr schon mal was schreckliches geschenkt bekommen ? Und nein das soll nicht eine von diesen leeren Blogger Interaktions Aufrufen sein. Ich will mich nur vergewissen, dass ich nicht der einzige Miesepeter bin. 

Jedenfalls durfte es der schwarze Maxirock sein. Ich habe eine gewisse Vorliebe für lange und weite Kleidung. Vielleicht habe ich auch einfach zu viel Game of Thrones gesehen.

MANTEL x MANGO - ROCK x BENETTON - SHIRT x H&M

Donnerstag, 19. Juni 2014

#416 Wanna get ready with me ?

Hallo Freunde, ich bin heute mal zur großer Abwechslung so gut drauf, dass ich meinen Post mal nicht mit einem großen Seufzen sondern mit einer bloggertypischen Begrüßung anfange. Kein Sorge, zu einem "Hallo Schönheiten" wird es trotzdem niemals kommen. Brrr
Ich bin immer noch so gerührt von all euren positiven Kommentaren vom letzten Post und ich freue mich für und über jeden den ich mit meiner neuen Einstellung anstecken durfte. Ich hoffe dieser Zustand festigt sich auch wenn ich noch einen sehr steilen Weg vor mir habe.

Hier ist übrigens noch ein kleines Get ready with me, was mir übrigens großes Spaß bereitet hatte zu drehen und zu schneiden. Ich hatte in all der grauen Zeit völlig vergessen wie schön es ist Dinge zu tun die einem Spaß machen und in denen man sich selbstsicher ist. Ich kann es kaum erwarten meiner Kreativität neuen Platz zu schaffen. Ich hoffe ihr begleitet mir dabei. Und keine Sorge, die zynische Mali bleibt noch bei weitem nicht erspart.


Sonntag, 15. Juni 2014

#215

Die vergangenen Monte waren sehr anstrengend. Man merkt, dass man außer Kontrolle ist, spätestens daran, wenn dein Körper das Zeitgefühl verliert. In deinem Kopf herrscht keine Ordnung warum sollte dein Tag also eine haben. Und dann kommt es gern vor, dass du mitten in der Nacht aufstehst und mitten aus dem nichts irgendwas machst, was zu dieser Uhrzeit gar nicht passt. Gestern hat diese Macke seinen Zenit erreicht.
Da stehe ich also doof vor dem Spiegel und schneide mir die Haare ab. Für einen Friseur habe ich weder Zeit noch Geld, und irgendwie machen sie eh nie das was man ihnen sagt.
Nach 20 Minuten habe ich dann endlich verstanden warum genau man für diesen Job eine Ausbildung machen sollte. Unter anderem weil niemand Augen auf dem Hinterkopf hat, was ich zu Beginn meines Meisterwerks nicht eingeplant habe.
Das Ergebnis gefällt mir trotzdem. Früher hing ich sehr an meinen Haaren. Ich dachte sie seien das einzige was mich ausmacht. Sie dienten wie ein langer Vorhang hinter dem ich meine Markel und Unsicherheiten verstecken konnte. Bis ich sie plötzlich nicht mehr wollte, also habe ich die Sache selbst in die Hand genommen. Zeit und Umstände sind völlig egal wenn du etwas verändern willst.

Es wird Zeit sich ein bisschen Selbstbewusstsein und Freiheit zu gönnen.Zu lange war ich so streng zu mir. Und wenn du dich selbst schlecht behandelst, dann nehmen sich andere schnell das Recht das selbe zu tun. Wird Zeit einen Schnitt zu machen. Nein, jetzt ehrlich ich finde den Schnitt echt fresh.

PS: vivalatrash.com entschuldigt sich für jegliche lausige Metaphern.

TOP x H&M . HUT x LIERYS

Montag, 2. Juni 2014

#214 Nothing to say, nothing to do

Es ist nicht so als würde ich Selfieolympics betreiben. Aber ich bin ehrlich zu euch. Ich hab schlicht und einfach nix anderes was ich fotografieren könnte. Ich hab nicht mal ein Lammfell auf das ich meine Nakedpalette ausbreiten könnte. (Darf ich kurz abschweifen und aufklären, dass dieses Wort in mir jedes mal soderbare Assoziation auslöst. Nackte Palette..)
Ich habe keine Ahnung warum manche Blogger jeden Mist fotografieren können und es dennoch super aussieht. Ich tue mir damit sehr schwer, zumal bin ich ein mieser Fotograf.


Freitag, 23. Mai 2014

#213


Ich hätte nimmer gedacht, dass ich eine Boyfriendjeans tragen könnte. Tragen natürlich schon aber, dass es nach was aussehen würde, dass hat mich sichtlich überrascht. Allgemein war ich davon überzeigt, dass die 90ermit das abartigste waren was die Gesichte der Menschheit zu bieten hatte. Stattdessen meide ich jetzt die 80er und kriege nicht genug von Baggy-Jeans, kurzen Spaghetti-Tops, bauchfreie , hässlichen Tribal-Mustern, Buffalos und den alten TLC Platten.

Wo wir grad bei Buffalo sind. Später am selben Tag fand ich mich zu einem kleinen Sit-In im Buffalo-Store wieder. Rechts und Links von mir jede Menge bekannte Bloggergesichter und die feinen Käsehäppchen (die mir natürlich zu erst aufgefallen sind). Ich hoffe ich bin nicht zu negativ rausgestochen mit meiner plumpen Art und Unfähigkeit zu Small-Talks. Die Mädels waren übrigens wahnsinnig nett. Erzähl mir noch einer Blogger seien arrogant. Vielleicht liegt es auch einfach an Berlin. Am Ende gab es nicht nur Sekt sondern auch Schuhe umsonst. So lässt es sich leben.


PHOTOS BY : LOIS . BOYFRIENDJENS x ZARA . KIMONO x H&M . SHOES x PRIMARK